Karrierewege sind vielfältig! 

Die Qual der Wahl: Noch nie zuvor waren die Möglichkeiten nach der Schule so vielfältig, wie heute. Natürlich wünschen sich gerade Eltern einen möglichst hohen Bildungsabschluss. Allerdings eröffnet ein theoriebasiertes Grundlagenstudium an der Universität nicht immer die besten Karrierechancen. Hohe Abbrecherquoten belegen, dass der Weg an die Universität nicht zu jedem Lerntyp passt.

Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Thema in der Orientierungsphase gründlich auseinanderzusetzen. Einerseits ist es natürlich gut, dass junge Menschen so vielfältige Möglichkeiten nutzen können, andererseits kann es auch mühsam sein, den richtigen Weg zu finden. Wer erst nach dem Abitur ernsthaft beginnt, sich mit der Suche nach dem passenden Weg zu beschäftigen, landet schnell in Warteschleifen ohne viel Fortschritt. Diese Warteschleifen möchten wir mit Ihnen vermeiden.

Unser Ziel ist es nicht, den Jugendlichen einen Weg vorzugeben, sondern ihnen zu helfen, den richtigen Weg für sich selbst zu finden. Nur so können sie ihr Potential ausschöpfen, eigenes Interesse entwickeln und somit ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben haben. Diese Wege können so unterschiedliche sein, wie die jungen Menschen selbst. Aber das deutsche Ausbildungs- und Hochschulsystem bietet dafür die Möglichkeiten.

Sie, als Eltern, sind hierbei die Chefberater.

Befragungen von Kindern und Jugendlichen haben klar gezeigt, dass Sie als Eltern die zentrale Orientierungshilfe im Berufs- und Studienwahlprozess sind. Diese Rolle auszufüllen ist eine große Aufgabe, denn die Möglichkeiten sind vielfältig. Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihr Kind kompetent zu begleiten. 

An Informationen zur Berufswahl mangelt es nicht. Im Gegenteil. Was jedoch fehlt, ist häufig eine strukturierte Aufarbeitung der Informationen mit der notwendigen Beratung. „Karriere-hier“ schließt diese Lücke für die Region Hellweg-Sauerland. Sie, die Eltern sind die wichtigsten Partner Ihrer Kinder bei der beruflichen Orientierung. Und natürlich wollen Sie das Beste für Ihr Kind. Ob Sie wollen oder nicht: Sie können gar nicht nicht orientieren. Ihr Kind nimmt Sie als Vorbild und nimmt Sie in verschiedenen Rollen wahr - als Berufstätige, als Arbeitssuchende, als Erwachsene, die sich weiterbilden und vieles mehr. Zwangsläufig vermitteln Sie durch Ihr eigenes Berufsleben Werte und Einstellungen zum Arbeitsleben und beeinflussen dadurch das Verhalten Ihrer Kinder. Ihre eigene Berufsbiographie kann für Ihre Kinder eine wichtige Bereicherung sein.

Allerdings hat sich seit Ihrer Berufsorientierungszeit vieles verändert. Es gibt neue Berufe und Studiengänge, neue Anforderungen und Schwerpunkte. Doch Sie können nicht alle Angebote von Schule, Berufsberatung, Unternehmen und Organisatoren kennen.

Wir kennen diese Angebote und helfen Ihnen gerne, die relevanten Informationen herauszufiltern. Bedenken Sie, dass die Berufswahl für unsere Kinder ein Weg mit vielen Hürden ist. Selbst wenn sie in der Lage sind, die eigenen Wünsche und Interessen benennen zu können, sind viele Jugendliche oft überfordert, den richtigen Weg zu finden.

Studieren ohne Abitur

Das Abitur ist nicht die einzige Eintrittskarte zu einem Studium. Wer eine mindestens zweijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und mindestens drei Jahre in dem erlernten Beruf tätig war, kann ohne Zugangsprüfung Studiengänge beginnen, die fachlich der Ausbildung und Berufspraxis entsprechen. Wer seinen Meister gemacht hat, oder eine ähnliche Qualifizierung vorweisen kann, hat Zugang zu sämtlichen Studiengängen, sowohl an Universitäten, als auch an Fachhochschulen in NRW.

Ausbildungsvergütung

Selbstverständlich spielt die Vergütung auch eine zentrale bei der Entscheidung, welcher Karriereweg eingeschlagen werden soll. Allerdings sollte dieser Faktor auch nicht das alleinige Kriterium sein. Einen Überblick über die tarif-vertraglichen Ansprüche aus 121 Branchen bietet das NRW Arbeits-ministerium in der Broschüre „Vergütungen für Auszubildende“. Hier wird auch über Urlaub, Urlaubsgeld, Jahressonderzahlungen und die vermögenswirksamen Leistungen informiert. Bringt ein akademischer Beruf wirklich mehr Geld? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Richtig ist, dass das durchschnittliche Jahreseinkommens eines Akademikers in der Regel über dem eines Facharbeiters liegt. Auf das ganze Leben gesehen, verdienen Facharbeiter meistens ähnlich viel Geld, da sie früher in den Beruf eingestiegen sind und oft weniger Kosten für ihre Ausbildung tragen mussten. Letztlich entscheiden Faktoren wie Branche und Unternehmensgröße häufig stärker über Verdienstmöglichkeiten, als ein Abschluss. Studien zeigen außerdem, dass eine duale Ausbildung mit stetiger Weiterbildung besser vor Arbeitslosigkeit schützt, als ein Studium. Insgesamt finden demnach Techniker und Meister eher und früher eine unbefristete Stelle, als Akademiker. Auch hier sind Verallgemeinerungen nicht sinnvoll. Dennoch sollte eine akademische Ausbildung nicht per se als der bessere Karriereweg gesehen werden. Oft ist das Gegenteil der Fall.

Auslandserfahrungen während der Ausbildung

Auch viele heimische Unternehmen sind global Player, die auf internationalen Märkten agieren. Durch die Globalisierung steigt auch die kulturelle Vielfalt, sowohl bei Kunden, als auch im eigenen Unternehmen. Selbstverständlich sind Auslandsaufenthalte ein sehr guter Weg, sich interkulturelle Kompetenzen anzueignen. Und die sind der Schlüssel, um berufliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen professionell und vorausschauend zu meistern. Darüber hinaus sind internationale Berufserfahrungen immer häufiger auch Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Es lohnt sich also, die Möglichkeiten zu nutzen. Dazu gehört zum Beispiel die Leitaktion „Lernmobilität für Einzelpersonen“ im Programm Erasmus+. Die EU-Geschäftsstelle der Bezirksregierung in Arnsberg berät Berufskollegs, Lehrkräfte und auch Schüler in Sachen Auslandspraktika oder Auslandsaufenthalte während der Ausbildung.

Karriere anders denken: Das Projekt Spurwechsel

Die Abbrecherquoten in einigen Studiengängen belegen, dass die Wahl der akademischen Laufbahn nicht für jeden die geeignete Richtung ist. Andere quälen sich aus Angst vor einem vermeintlichen „Knick“ in der Biografie durch das Studium, entscheiden sich dann aber doch gegen den ursprünglich geplanten Beruf. Mit dem Projekt Spurwechsel wollen wir, die Industrie- und Handelskammer Hellweg-Sauerland, die Handwerkskammer Südwestfalen und die Agentur für Arbeit Meschede-Soest ein Ansprechpartner sein und gerne individuell über Alternativen zum Studium und Perspektiven in einem neuen Karriereweg beraten und mit unserem gebündelten Know-How den Einstieg ein einen neuen Weg erleichtern..

Fremdsprachenkenntnisse im Berufsleben

Sprachen öffnen Türen und sind nicht zuletzt deswegen sehr beliebt bei vielen Schülerinnen und Schülern. Außer Frage steht, dass in einer globalisierten Welt Fremdsprachenkenntnisse auch im Berufsleben wichtig sind. Jedoch entscheiden Fremdsprachenkenntnisse nicht alleine darüber, ob jemand für einen Beruf geeignet ist. Beispiel: Wer fünf Sprachen fließend spricht, sich aber nicht für BWL interessiert, der sollte nicht unbedingt Industriekaufmann / -frau werden. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, welche Sprache für eine jeweilige Branche Sinn macht. In der Wirtschaftsindustrie sind neben Englisch inzwischen auch vermeintlich exotische Sprachen wie Russisch oder Chinesisch sehr gefragt. Insofern ist es wichtig, sich auch mit der Frage auseinanderzusetzen, in welchen Märkten eine Branche oder ein Unternehmen aktiv ist und welche Märkte in Zukunft noch relevanter werden könnten. Um Fachkenntnisse in einer Sprache zu erlangen, eignen sich ebenfalls Auslandsaufenthalte, aber auch speziell ausgerichtete Fachkurse in der Heimat sehr gut. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass Fremdsprachen in den meisten Berufen die Karriere fördern können. International agierende Unternehmen mit Kontakten nach China brauchen Mitarbeiter, die die Sprache sprechen. So zeigen Unternehmen Respekt und Interesse an ihren Kunden und stärken somit ihre Konkurrenzfähigkeit. Englisch gilt mittlerweile oft als Voraussetzung. Je mehr Sprachen beherrscht werden, desto besser, denn wer Fremdsprachen beherrscht zeigt sich als weltoffen und tolerant und ist damit häufig ein Gewinn für eine Firma am internationalen Markt. Dies gilt vor allem für akademisch geprägte Berufe, aber auch für Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich, für soziale Berufe, oder für Berufe im Hotel- und Gaststättenbereich.

Arbeiten 4.0 - Berufe im Wandel

Die Digitalisierung hat einen enormen Einfluss auf die Arbeitswelt. Ihre Bedeutung kann nicht überschätzt werden. Daher sprechen wir bei der Digitalisierung vom Motor der vierten industriellen Revolution. Hier haben wir es mit einem Prozess zu tun und somit müssen Beschäftigte ihre Fähigkeiten und ihr Wissen ständig anpassen und zwar vom Anfang bis zum Ende der beruflichen Laufbahn. Anders als früher, sorgt die Vernetzung dafür, dass Maschinen untereinander und sogar mit Kunden kommunizieren und aufeinander reagieren. Diese Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird häufig als „Internet der Dinge“ bezeichnet. Zwangsläufig brauchen Arbeitskräfte dafür ein immer wachsendes technisches Verständnis und damit verbunden eine lebenslange Lernbereitschaft. Web-Kompetenz und Grundkenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) spielen daher in vielen Berufen eine immer größere Rolle - branchenübergreifend! Kraftfahzeugmechatroniker/innen werden in Zukunft viel mehr mit intelligenten Autos und ihren Softwares konfrontiert sein. Im Baubereich wird Vernetzung zum Beispiel in Smart Homes neue Fähigkeiten erfordern. Im IT-Bereich wird die steigende Nachfrage für weitere Spezialisierungen sorgen und auch im Gesundheitswesen haben digitale Techniken längst großen Einfluss. Im Handel ist es vielleicht am deutlichsten zu sehen. Daher gibt es mittlerweile den Beruf „Kaufmann /-frau für E-Commerce“.

Elternbotschafter informieren auf Augenhöhe

Um Sie als Eltern und Erziehungsberechtigte mit dieser Verantwortung nicht alleine zu lassen, haben verschiedene gesellschaftliche Akteure, wie die IHK Arnsberg, die Handwerkskammer Südwestfalen und die Agentur für Arbeit das Programm „Elternbotschafter“ aufgelegt, welches Eltern und Erziehungsberechtigte über Anforderungen und Karrierewege von heute und morgen informieren möchte.

Karriere-hier live - praxis hautnah

Karriere-hier live bietet einzigartige Einblicke in Berufe. Engagierte Ausbildungsbetriebe aus der Region öffnen Eltern und potenziellen Auszubildende die Möglichkeit, den Arbeitsalltag im Betrieb hautnah erleben zu können. In ca. 2 Stunden stellen Azubis und Ausbilder/-innen live vor Ort im Betrieb ihre Berufe vor und geben einen authentische Einblick in den täglichen Arbeitsprozess.

Der Ausbildungsmarkt im Wandel

Der flächendeckende Wandel in der Arbeitswelt, lässt sich auch in der Region Südwestfalen ganz konkret feststellen. Sowohl Jugendliche, als auch die Betriebe müssen sich am Markt orientieren und bewähren. Der Ausbildungsmarkt ist somit entscheidend für die Lebensperspektiven junger Menschen und die wirtschaftliche Stärke einer Region. Dabei haben sich die Anforderungen an Bewerber und Berufe verändert. Inzwischen verfügen mehr Ausbildungsanfänger/-innen über eine Studienberechtigung als über einen Hauptschulabschluss. Wie sehr sich die bildungspolitischen Herausforderungen in wenigen Jahren verändert haben, wird deutlich sichtbar. Während wir vor zehn Jahren noch über Ausbildungsplatzmangel sprechen mussten, haben wir heute einen Auszubildendenmangel.

Höhere Berufsbildung

Auch innerhalb des Berufslebens ist es möglich, höhere Abschlüsse zu erreichen. Diese Möglichkeiten sollten ebenfalls schon in den Entscheidungsprozess einfließen. Wer einen Abschluss der Höheren Berufsbildung erzielt, hat gute Aufstiegschancen, kann verantwortungsvolle oder leitende Positionen einnehmen, muss sich keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen und hat beste Aussichten auf ein gutes Einkommen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Über 70 Abschlüsse gibt es in den Bereichen kaufmännisch, industriell-technisch, IT und Medien, sowie berufspädagogisch. Aufgebaut sind die Abschlüsse in drei Qualifikationsebenen. Fachberater oder Servicetechniker bilden die erste Ebene. Sie sind Fachexperten in ihren Branchen. Ebene 2 bietet Abschlüsse zu den Fachwirten, Fachkaufleuten, Industrie- und Fachmeistern, IT-Operativen Professionals sowie Aus- und Weiterbildungspädagogen. In der dritten Ebene sind die Abschlüsse Geprüfter Betriebswirt bzw. Geprüfter Technischer Betriebswirt, IT-Engineer und Berufspädagoge eingeordnet. Mit diesen Abschlüssen sind Führungspositionen mit selbstständigen und strategischen Managementaufgaben möglich. Wegen ihrer Praxisnähe sind diese sehr geschätzt.