Kreislaufwirtschaft
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Bei dem Begriff Kreislaufwirtschaft oder “Circular Economy” im Englischen assoziieren viele in Deutschland die ordnungsgemäße Abfallentsorgung und das Recycling von Konsumgütern nach ihrer entsprechenden Nutzungsdauer. Bei näherer Betrachtung fällt einem jedoch die Tiefe dieser Thematik auf. Natürlich ist Abfallentsorgung und Recycling ein wichtiger Baustein der Kreislaufwirtschaft, aber bei weitem nicht der Einzige.

Zur weiteren Betrachtung gehören ebenfalls die Qualität, Art und die Beschaffenheit der eingesetzten Materialien eines Produkts, die Art und Weise des Produktionsverfahrens sowie die Betrachtung aller Stoffströme und die Organisation von globalen Lieferketten. Das erklärte und konkrete Ziel der Kreislaufwirtschaft ist das Schonen von natürlichen Ressourcen des Planeten Erde. Diesem Ziel liegt die grundlegende Erkenntnis vor, dass die Ressourcen des Planeten endlich sind. Bereits 1972 sagten die Forscher des „Club of Rome“ in ihrer Studie “Die Grenzen des Wachstums” ein Ende des Wachstums bis zum Jahre 2050 voraus und begründeten dies mit der Ausbeutung aller Öl,- Gas- und Eisenerzressourcen.

Aus heutiger Sicht wissen wir, dass die rapide technologische Entwicklung diese Grenzen noch um einige Jahrhunderte hinausgeschoben hat. War also die ganze Panik von damals unbegründet? Ja und nein. Zum einen sorgt der technologische Fortschritt ständig dafür, dass zu neige gehende Ressourcen erfolgreich substituiert werden oder neue Verfahren entwickelt werden können, welche neue Abbaumethoden erschwinglich machen. Zum anderen wissen wir aber auch, dass das Verbrennen von fossilen Energieträgern den Klimawandel im wahrsten Sinne des Wortes anheizt. Eine wirksame Gegensteuerung kann nur eine Reduktion und perspektivisch den Verzicht auf den Einsatz fossiler Energieträger bedeuten.

Die Kreislaufwirtschaft möchte als ganzheitliches nachhaltiges Konzept dafür sorgen, dass die natürlichen Ressourcen und Ökosystemleistungen des Planten erhalten bleiben, damit zukünftige Generationen ein lebenswertes und prosperierendes Leben auf der Erde erhalten können. Sollte die Menschheit das bisherige lineare Wirtschaftsmodell erfolgreich durch ein Kreislaufwirtschaftsmodell ersetzen können, steht einem unendlichen Wachstum nichts entgegen. Das gegenwärtige Wirtschaftswachstum beruht auf der Ausbeutung von immer mehr fossilen und regenerativen Ressourcen und Ideen. Das zukünftige Wirtschaftswachstum basiert auf der Ausbeutung von immer mehr regenerativen Ressourcen und Ideen im Einklang mit den Grenzen des Planeten. Das ist die zugegeben ein wenig utopisch klingende Zukunftsvision der Kreislaufwirtschaft.


Serge Esterlein
M.Sc.
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Weiterführende Links

Mehr Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Kreislaufwirtschaft bei Ihrer IHK finden Sie hier.

Den EU Green Deal mit weiteren Informationen auch zur Kreislaufwirtschaft finden Sie hier.

Die Gesetzesübersicht zum Thema Kreislaufwirtschaft des BMU finden Sie hier.

Das Sonderförderprogramm Kreislaufwirtschaft des Lanuv NRW finden Sie hier.

Weitere Informationen des Landesumweltministeriums NRW finden Sie hier.

Weitere Informationen und interessante Beiträge finden Sie auf der Seite des UBA hier.